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Februar 2009

Warum Presidents Day für Deutschamerikaner von Bedeutung ist

Ein paar Gedanken zum amerikanischen Feiertag "Presidents' Day" von Chairman Lars Halter:

Honorees at the Presidents Day Dinner at the PVV Long IslandAuf dem Heimweg am Freitag war ich mit einem Kollegen im Aufzug. Unten angekommen, habe ich ihm zum Abschied ein schönes Wochenende und einen frohen Presidents' Day gewünscht. Er sah mich an, als hätte ich einen Scherz gemacht: "Du bist doch Deutscher", sagte er dann, "Für Dich hat Presidents' Day doch gar keine Bedeutung!"

Er lag damit voll daneben! Wenn man in diesem Land lebt, als Deutscher, Deutschamerikaner oder Amerikaner, sollte Presidents' Day einem etwas bedeuten. Mir persönlich ist der Tag sehr wichtig, und ich weiß, dass es vielen anderen Deutschamerikanern ähnlich geht. Denn sie treffen sich jedes Jahr, um den Tag zu feiern und darüber zu diskutieren, wessen Leben und Leistung hier eigentlich gefeiert wird.

Die meisten denken wahrscheinlich, dass der Tag hauptsächlich an George Washington, den Gründer des Landes, erinnern soll, und irgendwo stimmt das natürlich. Presidents Day hieß ursprünglich "Washington's Geburtstag" und die ersten Bewegungen, die an diesem Tag auch andere verdiente Präsidenten wie Abraham Lincoln ehren wollten, scheiterten im Senat.

Doch ist es wirklich eine gute Idee, nur einen Mann zu ehren, wenn doch so viele dieses Land geformt haben?

Ohne jeden Zweifel steht George Washington ein ganz besonderer Platz in der Geschichte zu - er war nicht nur der erste Präsident, sondern auch der General, der die junge amerikanische Armee zum Sieg über die Briten geführt hat. Dabei hatte er Hilfe von einem deutschen Immigranten, aber dazu später.

An seiner Beerdigung im Jahr 1799 sagte der Gouverneur von Virginia, Henry Lee, über Washington:
"Von allen Amerikanern nahm er immer den ersten Platz ein, im Krieg, im Frieden und in den Herzen seiner Mitbürger."
Tatsächlich wusste Washington genau, wann die Zeit gekommen war, sich gegen die Briten aufzulehnen. Doch sobald der Krieg gewonnen war, trug er entscheidend dazu bei, den "Frieden von Paris" auszuhandeln und trat dann als Commander in Chief zurück, um das Leben eines normalen und freien amerikanischen Bürgers zu genießen.

Das Vermächtnis und die Bedeutung George Washingtons sind sicherlich groß, doch es folgten andere, die das Land ebenfalls entscheidend formten, zum Beispiel Thomas Jefferson, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt, John F. Kennedy...

An Presidents' Day sollten wir ihnen allen gedenken und ihnen unseren Respekt zollen. Dafür müssen wir zunächst einmal analysieren, wie wichtig die Arbeit der jeweiligen Präsidenten aus unserer Sicht ist. Denn als Deutschamerikaner haben wir eine interessante und eigene Sicht darauf, wie verschiedene Präsidenten unsere Geschichte mit beeinflusst haben.

Honorees at the Presidents Day Dinner at the PVV Long IslandGeorge Washington vertraute seine Armee und damit auch das Schicksal der Nation einem gewissen preußischen General an. Dies hat sich bewährt, wie wir alle wissen. General Friedrich Wilhelm von Steuben hat die Truppen Washingtons ausgebildet und damit den Sieg gegen die scheinbar übermächtigen Besatzer ermöglicht.

Washingtons letzte Amtshandlung als Commander in Chief war, seinem Inspector-General einen Dankesbrief zu schreiben und ihn für seine Arbeit zu loben.

Fast ein ganzes Jahrhundert nach Washington hat sich auch Präsident Abraham Lincoln auf einen deutschen Einwanderer verlassen: Carl Schurz, einer der berühmten 48er, der in Deutschland für Freiheit und Demokratie gekämpft hatte.
Er wurde damit beauftragt, bei der Präsidentschaftswahl die Stimmen der deutschsprachigen Bürger zu garantieren. Nachdem Lincoln gewählt war, wurde Schurz als Botschafter nach Spanien entsandt, wo er die Spanier davon abhielt, im Bürgerkrieg den Süden zu unterstützen. Schurz hat also- durch den Einfluss, den er auf Lincoln hatte- geholfen, das heutige Amerika zu erschaffen.

Schurz tauchte noch einmal auf, als ein weiterer Präsident, Rugherford Hayes, den Deutschen im Jahr 1877 zum Innenminister ernannte. Dies war das höchste politische Amt, das bis dahin von einem Deutschen ausgefüllt worden war.

Deutsche Immigranten schafften es auch danach nicht, ein höheres Amt zu besetzen. Doch mehrere Amerikaner mit deutschen Wurzeln haben das Land ab dem späten 19. Jahrhundert geführt.
Grover Cleveland war der Nachfahre deutscher Quaker.
Herbert Hoover war der Sohn eines Schmieds und sehr stolz auf eine Herkunft.
Dwight Eisenhower konnte seine Vorfahren bis ins 18. Jahrhundert im Saarland zurückverfolgen.

Natürlich ist man nicht durch die Herkunft allein ein großer Deutschamerikaner. Man kann ein herausragender Deutschamerikaner sein, ohne einen Tropfen deutschen Bluts im Körper zu haben. Nehmen wir nur einmal John F. Kennedy. Im Sommer 1963 besuchte Kennedy Berlin und hielt eine historische Rede gegen das kommunistische Regime in Russland und Ostdeutschland, die ihren Höhepunkt in seinen berühmten Worten "Ich bin ein Berliner" fand.

JFKs Besuch war der erste Schritt im deutsch-amerikanischen Dialog, der letztendlich zur Wiedervereinigung führte.
Ein weiterer wichtiger Schritt war der Besuch Ronald Reagans in der geteilten Stadt, der 1987 stattfand. Beim Brandenburger Tor, als er auf die Betonmauer schaute, sage er "Herr Gorbatschow, öffnen sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!" Genau dies passierte nur zwei Jahre später, währen der Präsidentschaft von George H.W. Bush, einem weiteren großen Freund Deutschlands und einem verlässlichen Partner in den deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Letzten Monat wurde dann Barack Obama als 44. Präsident der USA vereidigt. Wieder haben wir einen Mann an der Spitze dieses Landes, der ein großer Freund der Deutschen ist. Letzten Sommer hielt er eine mitreißende Rede an der Siegessäule- sein einziger öffentlicher Auftritt in Europa.

Präsident Obama wird im April nach Berlin zurückkehren und damit Deutschland als eines der ersten Länder während seiner Präsidentschaft besuchen.

Die Deutschen vertrauen darauf, dass Barack Obama die USA in eine friedliche Zukunft führen wird und sind begierig, die Jahrzehnte alte Partnerschaft neu zu beleben.
Als Deutschamerikaner sind wir stolz darauf, die deutsch-amerikanische Freundschaft wieder voller Leben zu sehen, und das ist ein weiterer Aspekt, den wir bedenken sollten, wenn wir Presidents Day begehen.

Im Herbst diesen Jahres, am 19. September, werden wir die 52. Deutsch-Amerikanische Steuben Parade genießen.

Berlin, die Stadt, in der John F. Kennedy und Ronald Reagan die Welt verändert haben und wo Barack Obama Hunderttausende von Fans anzog, wird einer unserer Partner sein.

Ich freue mich darauf, Sie alle an der Fifth Avenue zu begrüßen, wenn wir zusammen die deutsch-amerikanische Kultur, die Leistungen der deutschen Einwanderer in den USA, die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern und das Vermächtnis der Führenden - von George Washington bis Präsident Obama - feiern werden.

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